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Trier

Studierende der Geographie an der Universität Trier haben sich in einem zweisemestrigen Forschungspraktikum mit der Wechselbeziehung zwischen Stadtentwicklung und Einzelhandel auseinandergesetzt. Höhepunkt war ein mit zahlreichen Experten besetztes Symposium unter dem Motto "Stadthandel-Handel in Städten oder Handel mit Städten"

In der abschließenden Dikussionsrunde zollte der Geschäftsführer des Einzehandelsverbandes Region Trier e.V., Alfred Thielen, dem Organisationsteam unter der Leitung von Dr. Christian Muschwitz seinen Respekt über die von den Studierenden an den Tag gelegte Professionalität. Von der Einladung über die Moderation bis hin zum Freizeitprogramm für die auswärtigen Teilnehmer ließ nichts zu wünschen übrig. Selbst die eigenen Dozenten wurden in ihren Diskussionsbeiträgen unnachgiebig an die Einhaltung des vorgegebenen Zeitplans erinnert.

Aber insbesondere die Beiträge der Experten machten das Symposium zu einer gelungenen Veranstaltung. Für Prof. Silke Weidner trifft das Ansiedlungsinteresse von Shopping-Center-Entwicklern und eine beachtliche Anzahl vakant werdender innerstädtischer Einzelhandelsobjekte, insbesondere Warenhäuser, aufeinander.  "Diese außerordentliche Veränderungssituation muss als Chance für die Innenstädte verstanden werden", so Weidner am Ende ihres Vortrages.

Mit Spannung wurde das Referat des Architekten Walter Brune erwartet. Mitautor des vielbeachteten Buches "Angriff auf die City". Brune enttäuschte seine Zuhörer nicht. Schonungslos sprach er alles an, was in der Vergangenheit der Attraktivität und Einmaligkeit deutscher Innenstädte geschadet hat. Er kritisierte scharf die Ansiedlungen auf der "Grünen Wiese", und unfähige Stadträte, die mehr an ihre Karriere denken als an funktionierende urbane Städte. "Die Triebkraft der Lebendigkeit einer Stadt ist und bleibt der Einzelhandel und was kann es auf der Welt Schöneres geben, als in einer Stadt mit einem gut funktionierenden Einzelhandel zu leben", so das überzeugende Fazit.

"Als gut gemeint aber letztendlich doch realitätsfern und wenigthilfreich" kritisierte EHV-Geschäftsführer Thielen die Ideen des Trierer Dozenten Dr. Muschwitz. Dessen Credo lautete: "Zurück zu den kleinteiligen, stadtverträglichen Strukturen". Muschwitz machte aber deutlich, dass er mit seinen Ausführungen in erste Linie Nachdenklichkeit aufgrund der Fehler in der Vergangenheit erzeugen wolle.

 

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