Thema war die von der Stadt Trier geplante Verabschiedung einer Werbesatzung, die für die Innenstadt die Gestaltung der Werbung an den Gebäudefassaden regeln soll.
Bereits in seiner Begrüßung hob der Vizepräsident der IHK Trier Georg Stephanus hervor, dass so manche Werbung an Gebäudefassaden in der City für die Attraktivität der Innenstadt eher abträglich sei und daher von allen Wirtschaftorganisationen die geplante Satzung begrüßt werde. Die für die Satzung zuständige Beigeordnete Simone Kaes-Torchiani war sich durchaus bewusst, dass Werbung für Kaufleute, Dienstleister, Handwerker oder Gastronomen wichtig sei. Aber Werbung sei nicht nur die Einzelwerbung an Ladengeschäften und Fassaden, sondern auch der Gesamteindruck einer Geschäftsstraße. Das Stadtbild in zahlreichen Innenstädten, so auch in Trier lasse aber leider einen einheitlichen Duktus der Gestaltung vermissen. Gerade ein homogenes und ästhetisches Stadtbild sei wichtig für die Attraktivität und damit auch für die Wirtschaftlichkeit einer City. Sie sei fest überzeugt davon, dass mit der vorgesehenen Werbesatzung dieses Ziel, dass allen zugute käme, erreicht werde.
Dem Leiter der Bauaufsicht Dr. Frank Simons gelang es dann auch mit zahlreichen Fotos von Gebäudefassaden unterschiedlichster Landenlokale aus den Städten Maastricht, Lüttich und auch Trier die Zuhörerer für das Vorhaben "Werbesatzung" zu gewinnen. Anschaulich konnter er darlegen, wie Werbung an den Fassaden aussehen sollte, um Alleinstellungsmerkmale von Gebäuden, Straßen und Plätzen hervorzuheben und dennoch für den Betrachter das historische Stadtbild von Trier als "modern", weltoffen und einladend zu präsentieren. Auf entsprechende Nachfrage versicherte Dr. Simons, dass versucht werde, durch Überzeugungsarbeit bei Neugestaltung der Fassade die Festlegungen der Werbesatzung umzusetzen, wie das bereits seit einem Jahr im Hinblick auf die geplante Werbesatzung mit Erfolg praktiziert werde. Die Baudzernentin ergänzte, dass sie kein Freund von Verboten sei, sondern auf die Einsicht der Gewerbetreibenden baue.
Der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Alfred Thielen hob hervor, dass sich das Präsidium des Einzelhandelverbandes bereits sehr früh mit großer Mehrheit für eine solche Satzung ausgesprochen habe und er bedankte sich ausdrücklich bei den beiden Verantwortlichen des Baudezernates für die gekonnte und auch rasche Umsetzung. Die Stadt könne sich der Unterstützung aller Wirtschaftsorganisationen gewiss sein. Michael Müller, Präsident des Einzelhandelsverbandes, verwies auf eine noch radikalere Regelung in der Partnerstadt Herzogenbusch, wo nicht nur eine sehr restriktive Werbesatzung gelte, sondern auch ein Verbot jeglicher Sondernutzung vor Einzelhandelsbetrieben. Er persönlich könne sich vorstellen, dass dies auch die Attraktivität der Innenstadt von Trier nochmals steigern würde. Aber natürlich müsse darüber diskutiert werden. In ihrem Schlusswort zeigte sich die Baudezernentin sichtlich erfreut über die positive Reaktion der Anwesenden, die sie zwar erhofft, aber nicht unbedingt erwartet habe. Georg Stephanus beendete die Veranstaltung mit dem Hinweis, dass der Satzungsentwurf im Internetauftritt der jeweiligen Wirtschaftsorganisationen eingesehen werden könne.


